WAS IST ASTHMA

Entzündung, Verengung und Überempfindlichkeit der Bronchien | Reaktion auf Reize in der Umwelt

Asthma beruht auf einer andauernden oder chronischen Entzündung der Atemwege. Diese ist keine Infektionskrankheit durch Viren oder Bakterien, sondern eine Reaktion auf Reize unserer Umwelt.

normale bis verengte Bronchien

Durch Verkrampfung der Muskulatur, Schwellung der Schleimhaut sowie Schleimbildung kommt es zu einer Verengung der Bronchien.
Asthma geht immer einher mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien, d.h. die Atemwege reagieren mit einer Verengung auf harmlose Reize wie z.B. beim Einatmen von kalter Luft, Parfum oder Staub.

Die Verengung der Bronchien führt - bedingt durch die vermehrte Anstrengung beim Atmen - zu Luftnot. Bei einem schweren Asthmaanfall kann es zusätzlich zu einem Sauerstoffmangel kommen. Bei der Ausatmung kann die Luft in den Lungenbläschen gefangen bleiben, was zu einer Überblähung der Lunge führt und das Gefühl der Atemnot verstärkt.

Wenn Asthma nicht ausreichend behandelt wird, führen die chronischen Entzündungsvorgänge an den Bronchien zu einer Vernarbung der Bronchialwand und dauerhaften Verdickung der Muskulatur. Die Bronchien sind dann nicht mehr so gut mit Medikamenten zu erweitern. Der Widerstand in den Atemwegen sowie die Lungenüberblähung nehmen zu.

In ganz schweren Fällen - insbesondere wenn zusätzlich geraucht wird - kann es auch zu einer Zerstörung der Lungenbläschen kommen. Folge ist eine Blählunge, die alllerdings bei reinem Asthma sehr selten auftritt. Durch Verminderung der Austauschfläche für Sauerstoff in der Lunge wird dann der lebenswichtige Gasaustausch zunehmend eingeschränkt.

Der Asthmaanfall

Durch verschiedene Auslöser wie Infekte der Bronchien oder Allergiebelastung kann eine akut zunehmende Verengung der Bronchien zu einem Asthmaanfall führen. Dabei ist besonders die Ausatmung erschwert.  Es entsteht das Gefühl der Luftnot oft schon in Ruhe bedingt durch Sauerstoffmangel und vermehrte Atemanstrengung. Das Atmen wird zunehmend mühsamer, die körperliche Belastbarkeit nimmt rapide ab. Die erhöhte Luftströmung in den engen Atemwegen führt zu pfeifenden Atemgeräuschen und Druckbeschwerden im Brustbereich. Die vermehrte Schleimproduktion und die engen Atemwege verursachen Husten und zähen Auswurf.



Asthmaformen und Auslöser - Pollen & Co.
Asthma kann allergische und nicht-allergische Ursachen haben. Allergisches Asthma beginnt meist in der Kindheit, nicht-allergisches Asthma tritt häufig im Erwachsenenalter auf. Die Allergie beschränkt sich in der Regel nicht nur auf die Atemwege. Patienten mit allergischem Asthma leiden oft auch an allergischem Schnupfen oder allergischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis sowie allergischer Bindehautentzündung der Augen.  Bei nicht- allergischem Asthma klagen die Betroffenen häufig über Nasenpolypen oder Nasennebenhöhlenentzündungen. Nicht selten entsteht bei Ihnen Asthma nach Einnahme von Aspirin und Rheuma-Schmerzmitteln.

Typisch allergisch -   Auslöser

  • Pollen, z.B. Birke und Gräser
  • Hausstaubmilben
  • Nahrungsmittel, z.B. Obst, Nüsse oder Milch
  • Tierhaare, z.B. Katze, Hund oder Kaninchen
  • Schimmelpilzsporen
  • Allergene im Beruf, z.B. Mehlstaub beim Bäcker

 

 

 

Typisch nicht allergisch - Auslöser

 

 

  • Bronchialinfekte, durch Viren und Bakterien
  • Tabakrauch
  • Wettereinflüsse, Ozon oder kalte Luft
  • Autoabgase
  • Farben und Lacke
  • Haarspray

 

 

 

Mischformen beider Asthmaformen sind ebenso möglich. In diesem Fall spricht man vom gemischförmigen oder „Mixed“ Asthma

Was ist Anstrengungs-Asthma?

Die Atemwege von Asthmatikern reagieren auf unspezifische Reize wie trockene und kalte Luft überempfindlich und verengen sich. Körperliche Belastung gehört neben Allergien und Infektionen zu den wichtigsten Auslösern eines Asthma-Anfalls.
Innerhalb weniger Minuten löst die  körperliche Anstrengung bei Asthmatiker/innen eine Atemwegsverengung aus einhergehend mit Atemnot und anfallsartigem Husten.
Mehr als die Hälfte aller Asthma-Patienten leiden unter Anstrengungsasthma. Bei Kindern tritt es häufiger auf als bei Erwachsenen. Oft ist Anstrengungs-Asthma das erste Symptom, das den Eltern eines asthmakranken Kindes auffällt. Die Inhalation eines schnellwirksamen bronchialerweiterndem Medikamentes vor einer Trainingseinheit schützt die Atemwege bei Asthma vor der überschießenden Reaktion des Körpers.

Wie häufig ist Asthma?

Man schätzt, dass in den westlichen Industrieländern ca. 5% der Erwachsenen und bis zu 10% aller Kinder an Asthma erkranken. Obgleich die Asthmabeschwerden – besonders bei Allergikern – oft bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen, kann die Erkrankung in jedem Alter einsetzen. Insgesamt leiden in Deutschland ca. 6 Millionen Bundesbürger an dieser Erkrankung. Weltweit nimmt Asthma zu, ohne dass bisher klare Ursachen ausgemacht werden konnten.

Der Zusammenhang zwischen Allergien und Asthma

Die Allergie ist der wichtigste einzelne Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma. Ca. 75% der Asthmatiker weisen eine Allergie auf. Eine Allergie ist eine bestimmte Fehlreaktion des Immunsystems bei Kontakt mit in der Regel harmlosen Stoffen aus der Umwelt wie Pollen, Pilzsporen oder Tierhaaren. Folge ist eine krank machende Überempfindlichkeit, die sich im Fall von Asthma am Bronchialsystem abspielt.

Die Rolle der Umweltschadstoffe

Die geografischen Unterschiede sprechen dafür, dass der westliche Lebensstil ein erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Asthma ist, während bestimmte Arten der Luftverschmutzung (z.B. Schwefeloxide) sowie schlechtere Lebensbedingungen wenig Einfluss auf die Asthma- und Allergiehäufigkeit haben. Es ist sogar zu vermuten, dass einfache Lebensbedingungen die körpereigene Abwehr gegenüber Asthma und Allergien eher stärken. Luftschadstoffe wie Stickoxide und Ozon sowie in der Luft enthaltene Schwebstäube, die so genannten partikulären Luftschadstoffe, scheinen andererseits die Entstehung von Asthma und Allergien zu begünstigen oder bereits bestehende Allergien zu verstärken.

Rauchen und Asthma

Rauchen (aktiv und passiv) erhöht das Risiko erheblich und gilt als wichtigster einzelner Risikofaktor für die Asthma – Entstehung
Neuere Studien zeigen, das sich das Risiko an Asthma zu erkranken bei Jugendlichen durch das Rauchen nicht nur abhängig von der Anzahl der gerauchten Zigaretten, sondern auch von der Zeit , über die regelmässig geraucht wird . Man muss sich mal plastisch vorstellen, dass ein 14 jähriger Schüler , der 2 Jahre raucht, sein Risiko, Asthma zu entwickeln verdoppelt und wenn er mehr als 10 Zig raucht verdreichfacht. Wenn er statt 2 4 Jahre raucht vervierfacht. Die Zahlen entstammen einer sehr seriösen Studie bei der 3800 Kinder in Dresden und München im Zeitverlauf zwischen dem 10. und 17. L.J erfasst wurden.

Ist Asthma heilbar?

Asthma bronchiale basiert auf einem chronischen, also andauernden Entzündungsprozess der Atemwege. Es ist eher wahrscheinlich, dass die Erkrankung im Lauf der Zeit nicht absolut verschwindet. Bei kindlichem Asthma verlieren sich die Beschwerden spontan in bis zu 60% der Fälle im zweiten Lebensjahrzehnt. Bei Erwachsenen ist eine spontane, vollständige Rückbildung der Symptome in maximal 20% der Fälle zu erwarten. Ohne Behandlung bleibt die Entzündungsreaktion der Atemwege zumeist bestehen oder verstärkt sich sogar. Unter umsichtiger Kontrolle und regelmäßiger medikamentöser Therapie sind sowohl Lebenserwartung als auch Lebensqualität in der Regel nicht wesentlich eingeschränkt. Ein gut eingestellter Asthmatiker wird glücklicherweise nur selten daran erinnert, dass seine Atemwege überempfindlich reagieren. Bei den meisten Patienten ist die körperliche Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Es gibt sogar viele Leistungssportler mit Asthma.

Warum nimmt Asthma zu?

Leider gibt es darauf  keine klare Antwort, aber doch einige Hypothesen, die wissenschaftlich relativ gut untermauert sind. Offenbar handelt es sich um viele verschiedene ursächlich auslösende Faktoren. Dabei spielen Erbanlagen (Genetik) und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle.  Bronchiale Überempfindlichkeit, Entzündung der Atemwege und Allergien ebnen ganz offenbar der Entstehung von Asthma den Weg. Die auslösenden Umgebungsfaktoren unterscheiden sich  inAbhängigkeit der Wirtschaftsstruktur und des Entwicklungsstatus der Länder:
In Ländern wie China und Indien erklärt sich der rasche Anstieg von Asthmaerkrankungen durch die relativ unkontrollierte Industrialisierung mit inhalativer Schadstoffbelastung durch  Stickoxide, Ozon und Schwebstäube.
In Ländern der westlichen Welt ist der Anstieg eher durch Zigarettenrauch, Übergewicht, und übertriebene Hygiene mit der Folge eines unzureichenden Trainings oder mangelhafter Ausbildung des Immunsystems verursacht. Auch eine Verstädterung der Bevölkerung begünstigt die Entstehung von Asthma.
Asthma ist  ein weltweites Problem, das daher auch alle nationalen und internationalen medizinischen Gesellschaften auf den Plan gerufen hat, Ideen zu entwickeln, diesen Anstieg zu stoppen.