MIT ASTHMA LEBEN

Sei dein eigener Experte - mach´ dich schlau

Lerne den Umgang mit Medikamenten und kontrolliere regelmäßig deine Atemfunktion, vielleicht mit einem Tagebuch. Vermeide aktives und passives Rauchen, ebenso unnötige körperliche Anstrengungen in schadstoffbelasteter Luft (Autoabgase und Klimaanlagen). Wenn du Allergiker bist, meide alle Allergieauslöser wie z.B. Hausstaubmilben, Tierhaare oder Pollen. Ausführliche Informationen dazu erhältst du von deinem behandelnden Arzt. Regelmäßige Atem- und Entspannungsübungen gewährleisten Sicherheit und Kontrolle im Notfall. Suche dir Ruhezonen am Tage, Sport mit Freunden an der frischen Luft ist so viel besser für Seele und Lunge als stundenlange Beschäftigung mit Videospielen im eigenen Zimmer. Nehme Asthmaschulungen bei deinem lungenfachärztlichen Kinderarzt, Internisten oder Hausarzt wahr.


Asthma und Sport - na klar!

Regelmäßige sportliche Betätigung stärkt die Infektabwehr sowie die Selbstsicherheit und steigert die körperliche Belastbarkeit. Untersuchungen haben ergeben, dass sich ein guter Trainingszustand günstig auf das Asthma auswirkt. Regelmäßiges Training verbessert die Lungenfunktion bei jedem Menschen. Auch bei Asthmatikern steigt die Reizschwelle für das Auftreten eines Asthma-Anfalls.

 Als Asthmatiker/in sollte man allerdings darauf achten, dass man intensive körperliche Belastungen bei kalter, trockener Luft oder vermehrter Luftverschmutzung z.B. durch Autoabgase, Stickoxide, Staub oder Ozon unterlässt. Auch sollte man als Allergiker bei starkem Pollenflug Vorsicht walten lassen.

Wenn regelmäßig und insbesondere vor dem Sport Asthma-Medikamente eingenommen werden, kann praktisch jede Sportart betrieben werden, wobei die folgenden als besonders schonend für die Bronchien angesehen werden:

  • Gymnastik,
  • Schwimmen in warmem, ungechlortem Wasser,
  • leichtes Joggen oder
  • Radfahren in sauberer nicht zu kalter Luft.


Löst körperliche Anstrengung einen Asthmaanfall aus, empfiehlt es sich, vor dem Sport grundsätzlich ein bronchialerweiterndes Medikament zu inhalieren. Einen entsprechenden Inhalator solltest du für diesen Fall griffbereit haben. Besonders wichtig für Asthmatiker ist es, sich vor sportlichen Belastungen gründlich aufzuwärmen. Ein zu schneller Belastungsbeginn kann dazu führen, dass sich die Bronchien verengen.

Folgendes ist von Schüler/innen mit Asthma zu beachten:

  • Die Erkrankung muss ausreichend behandelt sein.
  • Medikamente, die im Notfall anzuwenden sind, müssen vorhanden sein
  • Ihre richtige Anwendung muss vorher gelernt worden sein z.B.  mittels Asthmaschulung
  • Die sportliche Tätigkeit muss jederzeit abzubrechen sein
  • Im Notfall muss ärztliche Hilfe in angemessener Zeit verfügbar sein.




Selbsthilfe und Vorbeugung - was du selber tun kannst!

Asthmatiker aufgepasst! So könnt ihr vorbeugen!

Allgemeine Maßnahmen
  • Weder aktiv noch passiv rauchen
  • Allergisierende Substanzen vermindern (z.B. Hausstaubmilben)  oder meiden (z.B. Pollen)
  • Unnötige Schadstoffbelastungen verhindern (Arbeitsplatz, Industrie, Klimaanlage, Autoabgase)
  • Kältereizung der Atemwege vermeiden und mit bronchialerweiterndem Spray vorbeugen
  • Auf Medikamente verzichten, die Asthma auslösen können wie Betablocker oder evtl. Rheumamittel
  • Regelmäßige Atemübungen, wenn möglich Entspannungsübungen (z.B. Yoga) durchführen
  • Stress im Alltag so weit wie möglich reduzieren
  • Regelmäßig sportlich aktiv sein, ohne sich zu überfordern
  • Die Infektabwehr durch gesunde Ernährung und Lebensführung stärken

Maßnahmen bei Pollenallergie

Vermeide während der Pollenflugzeit unnötige Aufenthalte im Freien. Genieß die Regentage. Verzichte auf Spaziergänge unter blühenden Bäumen, in der Nähe von Getreidefeldern oder auf Rasenflächen. Unterlassen Gartenarbeiten wie Rasenmähen. Besonders bei starkem Wind und Pollenflug sollten Fenster geschlossen bleiben. Generell ist in ländlichen Gegenden die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am stärksten, in Großstädten erst in den Abendstunden. Lüfte entsprechend dein Zimmer. Auch nachts empfiehlt es sich, in Zeiten starken Pollenflugs bei geschlossenem Fenster zu schlafen. Die im freien getragene Kleidung sollte möglichst nicht im Schlafzimmer abgelegt werden. Dusche täglich vor dem Schlafengehen, um so auch Pollen an Haut und Haaren zu beseitigen. Halte während der Pollenflugzeit Fenster und Schiebedach im Auto geschlossen. Ideal ist nicht nur ein Pollenfilter, sondern auch eine Klimaanlage im Auto. Verbringe deinen Urlaub gezielt in pollenarmen Gegenden wie im Hochgebirge oder an der See. Informiere dich anhand des Pollenflugkalenders oder über die Polleninformationsdienste, wann „deine“ Pollen an welchen Orten verstärkt fliegen.

Maßnahmen bei Tierhaarallergie

  Die wichtigste Maßnahme ist, den Kontakt mit den entsprechenden Tieren zu meiden. Schaffe dir bei nachgewiesener Tierhaarallergie am besten keine Tiere an. Das gilt auch dann, wenn du auf das gewünschte Tier im Hauttest nicht allergisch reagiert hast. Denn selbst in diesen Fällen ist das Risiko groß, dass sich deine Allergie auf andere Tierarten ausdehnt. Kleidungsstücke aus Tigerfellen oder Schafwolle sind ebenfalls als mögliche Auslöser einer Allergie anzusehen. Rosshaarmatratzen solltest du aus deinem Schlafzimmer entfernen. Denke daran, dass auch auf der Kleidung von bekannten oder Freunden Tierhaare haften können.

Maßnahmen bei Hausstaubmilbenallergie

Tausche Polstermöbel und Stoffgardinen in deinem Zimmer gegen glatte, leicht zu reinigende Leder- oder Kunstledermöbel und Kunststoffrollos aus. Bettdecken, Kissen und andere Textilien sollten bei mindestens 60°C waschbar sein.  Ziehe Kunstfaserfüllungen jeglichen organischen Materialien wie z.B. Enten- oder Gänsedaunen vor. Verzichte auf Pflanzen und Luftbefeuchter in deinem Schlafzimmer. Lasse Haustiere nicht in dein Schlafzimmer, weil dadurch die Milbenkonzentration weiter erhöht wird. Kämme und Bürste dich nicht im Schlafzimmer, um die Nahrungsquelle (Haare und Hautschuppen) dort nicht zu erhöhen. Matratzen aus Rosshaar oder Rohbaumwolle (Futons) sind beliebte Quartiere für Hausstaubmilben. Vorzuziehen sind Matratzen aus Schaumstoff oder Latex, vorausgesetzt, dass keine Latexallergie besteht. Verzichte unbedingt auf langflorige Teppiche, vor allem aus naturmaterialien (Schafwolle). Offene Bücher- und Musikregale sind klassische Staubfänger und sollten daher nicht im Schlafzimmer aufgestellt werden. Schaffe Stofftiere ab oder wasche sie regelmäßig bei über 60 Grad. Alternativ können Stofftiere auch für 24 Stunden in die Gefriertruhe gelegt werden: Hausstaubmilben sterben bei diesen Temperaturen ab. Alle Bodenflächen sollten glatt (z.B. PVC, versiegeltes Holz oder Keramikfliesen) und nass wischbar sein. Vermeide Staub auf diesen Böden. Verwende einen Staubsauger mit Mikrofilter. Eine Erhöhung der Hausstaubmilbenkonzentration und ihrer allergisierenden Ausscheidungsprodukte lässt sich vermeiden, indem du – so weit wie möglich – auf so genannte „Staubfänger“ verzichtest. Die genannten vorbeugenden Maßnahmen sollten insbesondere im Schlafzimmer konsequent durchgeführt werden, weil wir hier die längste Zeit unseres Lebens verbringen. Nach neueren Untersuchungen lässt sich durch Benutzung eines Lufttrockners (Verminderung der Luftfeuchtigkeit von 80 auf 50%) eine deutliche Reduktion der Hausstaubmilbenkonzentration erzielen. Auch die Verwendung eines elektrischen Heizkissens unter der Bettdecke kann die Milbenbelastung erheblich senken. Im Handel werden spezielle, für Hausstaubmilben undurchlässige Zwischenbezüge für Kissen, Bettdecken und Matratzen angeboten. Diese Überzüge (encasings) sind äußerst wirksam. Sie lassen sich auch auskochen. Die Poren sind so klein ( < 0,5 µm), dass die Hausstaubmilben nicht hindurch passen. Beim Einkauf muss darauf geachtet werden, dass der Bezug luft- und wasserdampfdurchlässig ist, um vermehrtes Schwitzen bzw. eine Verschlechterung des Schlafkomforts zu vermeiden.

Was du gegen Schimmelpilze tun kannst

Heize regelmäßig alle Zimmer während der kühlen Jahreszeiten. Lüfte dreimal täglich mindestens 15 Minuten dein Zimmer, indem du alle Fenster weit öffnest. Diese Stoßlüftung erhöht im Gegensatz zu oft lange gekippten Fenstern nicht die Heizkosten. Vermeide jegliche zusätzliche Luftbefeuchtern. Trockne keine Wäsche im Wohnbereich. Verzichte auf Hydrokulturen in deinem Zimmer, sie bieten ideale Nährbedingungen für Schimmelpilze. Langfristig erzielt ihr durch Austrocknen jeglicher von Schimmelpilzen befallenen Stellen in den Wohnräumen und Kellern den besten Schutz vor neuerlichem Befall.

Das Asthma-Tagebuch

Viele Asthmatiker benutzen Bedarfsmedikamente, die schnell Erleichterung bringen, zu häufig. Dagegen nehmen sie ihre Langzeitmedikamente zu selten. Damit das Verhältnis von Bedarfs- und Langzeit-Therapeutikum nicht aus der Balance gerät, kann Ihnen ein Asthma-Tagebuch helfen. Neben Ihren Symptomen tragen Sie dort auch die Ergebnisse Ihrer Peak Flow Messungen ein und notieren, wie oft Sie Ihr Notfallmedikament benutzt haben. Die Ergebnisse sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Peak-Flow-Meter – der Patient testet selbst

Eine vollständige Lungenfunktionsuntersuchung wird g nur in der Arzptraxis eines oder in der Klinik durchgeführt. Ein für Asthma relativ aussagekräftiger Lungenfunktionswert ist der so genannte Spitzenfluss (engl.: Peak Flow). Darunter versteht man die maximale Geschwindigkeit, mit der vom Patienten Luft ausgeatmet werden kann.

Diese einzelne Messung lässt sich – zumindest orientierend – auch mit einem einfachen Lungenfunktionsgerät selbst zu Hause vornehmen. Das entsprechende Messgerät heißt Peak-Flow-Meter. Patienten mit instabilem Asthma müssen mehrmals am Tag ihren Peak Flow messen und ihn in ein Tagebuch eintragen, das sowohl dem Arzt als auch dem Patienten zur Kontrolle dient. Je nach gemessenen Werten muss die Asthmatherapie angepasst werden

Asthmaschulungen

Asthmaschulungen sind sehr hilfreich, weil Sie IDeineKenntnisse bezüglich Asthmabehandlung und -kontrolle vertiefen. Schulungen werden beim Hausarzt oder Lungenfacharzt durchgeführt

Was lernt man bei der Asthmaschulung?

Folgende Inhalte werden bei Asthmaschulungen vermittelt:

  • Aufbau und Funktion der Lunge
  • Aufklärung über Krankheitsmechanismen und Auslöser
  • Körperselbstwahrnehmung
  • Verhaltenstraining, Asthmasport und Atemübungen
  • Gezielte Anwendung von Medikamenten und Inhalationshilfen
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Unterscheidung zwischen Dauer- und Bedarfsmedikation
  • Erkennen einer Asthmaverschlechterung und ihrer Auslöser
  • Peak-Flow-Messung, Dokumentation von Symptomen und Medikamentenverbrauch (Asthma-Tagebuch)
  • Selbsthilfemaßnahmen und Selbstmedikation
  • Vorbeugende Maßnahmen
  • Umgang mit emotionalen Auswirkungen